Folge unserer Fährte
Die Geschichte des Landesverbandes Thüringen ist mehr als nur eine Auflistung von Jahreszahlen. Es ist die Geschichte von Menschen, die selbst in Zeiten der Teilung durch ihre Liebe zum Teckel verbunden blieben. Vom kaiserlichen Jagdgehilfen über den VKSK der DDR bis zum modernen Landesverband – dies ist unser Weg.
1888 – 1945: Die Wurzeln und das goldene Zeitalter
„Vom Erdhund zum Rassehund“
Als 1888 in Berlin der „Deutsche Teckelklub“ gegründet wurde, fiel der Startschuss für eine organisierte Zucht, die weltweit ihresgleichen suchte. Thüringen, mit seinen ausgedehnten Wäldern und der tief verwurzelten Jagdtradition, war von Anfang an ein Kernland für die Teckelzucht.
Bereits kurz nach der Jahrhundertwende formierten sich in Städten wie Erfurt, Gera und Eisenach die ersten Gruppen. Der Thüringer Wald bot das ideale Prüfungsrevier für die damaligen Dachshunde. In dieser Epoche wurde der Grundstein für den „Thüringer Typ“ gelegt: Ein harter, wesensfester Jagdhund, der auch im häuslichen Umfeld seinen Platz fand.
1946 – 1989: Die Teckelzucht in der DDR
„Leistung statt Luxus – Die Ära des VKSK“
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Teilung standen die Thüringer Züchter vor einer gewaltigen Herausforderung: Der Kontakt zum DTK im Westen war politisch gekappt, der Austausch von Zuchttieren fast unmöglich. Doch die Passion ließ sich nicht einmauern.
Die Teckelzucht wurde in der DDR unter dem Dach des VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter) neu organisiert. Thüringen spielte hier eine Schlüsselrolle. In den sogenannten „Spezialzuchtgemeinschaften“ (SZG) wurde unter oft schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit geleistet.
Da westliche Blutlinien fehlten, konzentrierten sich die Thüringer Züchter auf das Wesentliche: Gesundheit und absolute Gebrauchstüchtigkeit. Wer in der DDR einen Teckel züchtete, tat dies nicht für den Kommerz, sondern aus Idealismus. Diese strenge Selektion auf Leistung ist ein Erbe, von dem unsere Linien noch heute profitieren.
1990 – 1991: Die Wende und Neugründung
„Zurück zur großen Familie“
Der Fall der Mauer 1989 brachte die lang ersehnte Freiheit – auch für die Kynologie. Die Jahre 1990 und 1991 waren geprägt von Aufbruchsstimmung, aber auch von harter Arbeit. Die Strukturen des VKSK lösten sich auf, und das Ziel war klar: Die Rückkehr in den DTK 1888 e.V.
Das entscheidende Datum unserer modernen Geschichte ist der 23.03.1991. In Dachwig trafen sich die Vertreter aller noch bestehenden Thüringer Teckelgruppen zu einem historischen Akt: Der Gründung des Landesverbandes Thüringen e.V. im Deutschen Teckelklub 1888 e.V.
Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Herrn Wolfgang Ransleben. Als Berater vom Vorstand des DTK 1888 e.V. hatte er maßgeblichen Anteil am Gelingen dieser Neugründung. Er begleitete die Thüringer Kynologen mit Rat und Tat auf dem Weg von der staatlich gelenkten Jagdhundezucht in die föderale Vereinsstruktur des DTK.
1992 – Heute: Der Landesverband in der Moderne
„Tradition bewahren, Zukunft gestalten“
Heute ist der Landesverband Thüringen e.V. eine feste Säule im Gesamtgefüge des DTK. Wir sind eingebunden in die großen nationalen und internationalen Dachverbände:
VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen)
FCI (Fédération Cynologique Internationale)
WUT (Weltunion Teckel)
JGHV (Jagdgebrauchshundverband)
Unsere Gemeinschaft in Zahlen
Unser Landesverband betreut aktuell 15 regionale Gruppen. Wir vereinen Menschen, die eines gemeinsam haben: Die Faszination für den Dackel in all seinen Facetten – ob als Kurzhaar, Rauhhaar oder Langhaar, und in den drei Größen Normal-, Zwerg- oder Kaninchenteckel.
Unsere Verantwortung
Der Landesverband versteht sich heute als Dienstleister für seine Gruppen und Mitglieder. Zu unseren Kernaufgaben gehören:
Zucht & Ausbildung: Wir sind verantwortlich für die Ernennung, Ausbildung und Weiterbildung der Zuchtwarte in den Gruppen, um die Qualität der Zucht zu sichern.
Prüfungswesen: Wir organisieren die Thüringer Auswahlsuche. Deren Sieger vertritt unser Land bei der prestigeträchtigen Bundes-Sieger-Suche.
Ausstellungswesen: Die Organisation von zentralen Veranstaltungen wie der Landessieger-Ausstellung und Spezial-Ausstellungen liegt in unseren Händen. Zudem betreuen wir die angegliederten Sonderschauen auf nationalen und internationalen Ausstellungen.
Wir bewahren das Erbe: Den Teckel als waidgerechten Jagdgebrauchshund zum Schutz des Wildes zu fördern und ihn gleichzeitig als loyalen, charakterstarken Familienhund zu schätzen.
Thüringen ist Teckelland – seit über 100 Jahren und in Zukunft.