Rückblick: Zuchtwarte- und Züchterschulung in Hütscheroda
Am 20. Juni 2026 trafen sich von 10:00 bis 13:00 Uhr 15 Zuchtwarte, 12 Züchter sowie eine Gastreferentin zu einer gemeinsamen Schulung im Hotel „Zum Herrenhaus“ in Hütscheroda.
Aktuelle Bestimmungen und wichtige Impfempfehlungen
Im ersten Tagesordnungspunkt gab es Erläuterungen zu bereits versendeten Unterlagen. Thematisiert wurden Neuigkeiten von der Delegiertenversammlung (DV) 05/2025, basierend auf einem Schreiben der Bundeszuchtwartin (BZW) Frau Dr. Duschner. Diskutiert wurden die Neuerungen der Zucht- und Eintragungsbestimmungen (ZEB), die seit September 2025 gültig sind. Zudem ging es um die Pflichtuntersuchungen für den Zuchteinsatz sowie die dazugehörige Matrix der BZW, welche ab sofort im Download-Bereich „Zuchtwesen“ auf der Homepage des DTK Landesverbandes Thüringen www.teckelklub.de bereitsteht.
Ein weiterer wichtiger Punkt war das Schreiben der BZW zur Impfempfehlung. Bei der Wirkungsdauer kommt es maßgeblich auf den Hersteller an – eine Information, die im Impfausweis oft nicht vermerkt ist. In der Praxis impfen Tierärzte häufig jährlich die große 5-fach-Impfung, obwohl die Kernimpfung gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose nur alle drei Jahre aufgefrischt werden muss.
Jährlich geimpft werden sollten hingegen Pi (Parainfluenza, also Zwingerhusten) und L4. Letzteres umfasst vier Leptospiren-Stämme. Diese Bakterien kommen in Wasser und Pfützen vor, werden durch Mäuse und Ratten übertragen und können zu schwerem Leber- und Nierenversagen führen. Die Tollwut-Impfung erfolgt ab der 12. Woche. Hier variiert die Immunität je nach Hersteller: Das Präparat Nobivac T schützt drei Jahre, während Virbac T erst ab der zweiten Impfung für zwei Jahre zugelassen ist.
Genomischer Inzuchtkoeffizient und GOcards
Der zweite Punkt widmete sich der Blutmenge auf den GOcards. Wie bei einer Fortbildung für Zuchtwarte durch die BZW mitgeteilt wurde, befindet sich für die vielen möglichen Untersuchungen oft zu wenig Blut auf den Karten.
In diesem Zuge wurde der genomische Inzuchtkoeffizient (IK) erläutert. Dieser wird wichtig, wenn die Populationsgröße gering ist und Zuchtpartner über das Blut gesucht oder bestimmt werden. Dafür werden 2 bis 5 ml Blut benötigt, die Bestimmung kann ausschließlich über das Labor erfolgen. Die Kosten belaufen sich für den Teckel hierbei auf 100 bis 400 €. Wichtig zu wissen: Der genomische IK betrachtet stets das einzelne Tier und nicht die konkrete Verpaarung.
Das Blut auf den GOcards, die im Archiv der Geschäftsstelle lagern, hält mindestens zwei Jahre. Die Menge ist jedoch entscheidend: Sie reicht nicht für 20 Tests, für bis zu fünf ist es jedoch in Ordnung, wobei die DNA hierfür ausgestanzt wird. Das selbständige Beauftragen von Untersuchungen setzt allerdings voraus, dass vorab bereits eine Untersuchung (z. B. auf DNA bzw. ein Abstammungsnachweis) beim DTK beantragt wurde.
Informationsfluss innerhalb des Landesverbandes
In der anschließenden Diskussion stand die Frage im Raum, ob der Landeszuchtwart (LZW) vorab eine Deckmeldung beziehungsweise eine Information über einen gefallenen Wurf erhalten sollte. Der Grund: Anfragen von Interessenten können vom LZW sonst nicht beantwortet werden.
Zwar ist eine Deck- oder Wurfmeldung auf der Homepage des DTK nicht verpflichtend, jedoch baut der Landesverband Thüringen aktuell eine neue Homepage auf. Hier kann der Zwinger aufgelistet und eine im DTK angelegte Wurfmeldung verlinkt werden. Die Landeszuchtwartin soll darauf ein Auge haben – was jedoch nicht geht, wenn sie nicht erfährt, wo ein Wurf geplant ist oder ein Wurf liegt.
Homöopathie und Erste Hilfe für Hunde
Als Gastreferentin war die Tierheilpraktikerin Stefanie Schiller geladen, die zum Thema „Erste Hilfe – Unterstützung mit Homöopathie für Hunde“ referierte. Ihr Vortrag beleuchtete verschiedene Darreichungsformen sowie den Unterschied zwischen klassischer und klinischer Homöopathie. Zudem stellte sie den Inhalt einer homöopathischen Notfallapotheke für Hundebesitzer vor.
Speziell für Züchter ging sie detailliert auf den Einsatz der homöopathischen Notfallapotheke in drei Bereichen ein:
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Rund um die Geburt: Vorbereitung und Geburtsbeginn, während der Geburt sowie die Nachsorge für die Hündin.
- Welpenaufzucht: Futterumstellung, Zahn- und Skelettentwicklung, Immunsystem und Impfung, Psyche und Sozialisierung sowie Ankommen und Heimweh.
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Rüdengesundheit: Behandlung von Deckunlust und Harnabflussstörungen.
Den runden Abschluss dieser intensiven und informativen Schulung bildete ein gemeinsames Mittagessen.
